Veröffentlicht am 30.06.2023

Mit etwas Glück entdeckt man im Bremerhavener Hafen Fahrzeuge, die so in Europa höchstwahrscheinlich nicht anzutreffen sind.

Dabei geht es aber nicht um Steinschlagschutzgitter vor den Voll-LED-Scheinwerfern.

Ein Volvo FM mit jeweils zwei identischen Türen auf jeder Seite gehört weltweit zu einer raren Ausführung.

Die Lösung mit der Verlängerung auf Kleinserienbasis wird aber schon seit gefühlten Ewigkeiten gerade für Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt. Etliche nackte Scania 94D mit CrewCab wurden über Bremerhaven zu Rosenbauer geliefert, wo die wichtigen Aufbauten montiert wurden.
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Im Vergleich zu Feuerwehrfahrzeugen in Deutschland fällt allerdings ein Unterschied sofort auf.

Die Aufbauten sind scheinbar zu klein geraten, aber natürlich hat auch das einen guten Grund.

Die australischen Arbeitsschutzgesetze erlauben keine "Schränke oder Lagereinrichtungen" auf die Menschen zugreifen, die höher als 2,10 Meter sind, um den Zugang ohne Stufen oder Trittbretter zu gewährleisten.

Klingt seltsam, aber laut Unfallstatistiken verschiedener Länder entstehen viele Verletzungen der Rettungskräfte durch Abrutschen und Schrittfehler auf den umlaufenden Trittleisten.

Wohin der Zweiachser geht steht dran, aber wer oder was ist "ACT Fire & Rescue" eigentlich?

Es handelt sich um den Rettungsdienst, der das Umland der australischen Hauptstadt Canberra betreut.

Auf insgesamt 9 Stützpunkte verteilen sich rund 400 Rettungskräfte und über 40 Fahrzeuge.

Der fernsteuerbare Löschmonitor auf dem Dach macht den Volvo zum echten Allrounder.

Die österreichischen Spezialisten von Rosenbauer entwickelten den modifizierten Aufbau und präsentierten diesen im August 2021 erstmals auf der AFAC expo in Sydney. Der Zuspruch in Down Under mündete in Verbesserungsvorschlägen und Bestellungen.

Der kleinere Stauraum machte eine strengere Auswahl der mitgeführten Ausrüstung erforderlich, ohne die Einsatzmöglichkeiten zu beschränken.

Doch auch Volvo musste einige Hausaufgaben erledigen.

So wurden alle Türen mit einem besonders großen Öffnungswinkel ausgestattet, um den Zugang in Schutzkleidung zu gewähren.

Von rechts, also vom Fahrersitz aus, lässt sich das große Multifunktionsdisplay steuern.

Und wie man sieht, gibt´s für den Fahrer noch viel mehr Knöpfe und Regler
.

Beim Blick über die Schulter schaut man in die Kommandozentrale mit den Plätzen für die Mitfahrer in der zweiten Reihe.

Über diese leuchtenden (und beleuchteten) Ausklappstufen gelangen die Rettungskräfte ins Separee.

Zwischen und vor den speziellen Bürostühlen gibt es Officeeinrichtung, Drucker, Ablagen und ein breiter Tisch.

Viele Griffleisten helfen beim sicheren Stand, in die Ablagefläche an der vorderen Tischkante können etliche Aktenordner abgestellt werden.

Mittig unter der Arbeitsplatte ist ein großer Luftreiniger untergebracht, damit der Innenraum nicht zur Räucherkammer wird.

Aber da war noch etwas mit der Bestuhlung
.

Die fehlende Rückenlehne hat den Grund, dass in die gelben Aufnahmen eine Druckluftflasche samt Trägern eingehängt werden kann, damit die Mitfahrer diese während der Fahrt anlegen können.

Als Motorisierung werden Motoren (Euro 5 & Euro 6) mit 11 und 13 Litern Hubraum angeboten.

Die möglichen Leistungsstufen liegen zwischen 330 PS und 500 PS.

Die Getriebeoptionen reichen von der Sechsgang-Powertronic-Wandlerautomatik bis hin zur I-Shift-Automatik mit 12 Gängen und der zusätzlichen Option eines Kriechgangs.


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